Der Tag um endlich die Biege zu machen war gekommen: SAMSTAG
Janina und ich sind zeitig aufgestanden, um ja nicht in Zeitnot zu geraten. Also aufgestanden und gefrühstückt. Nach der Hälfte vom Müsli musste ich kapitulieren, ich hab keinen Bissen mehr runter bekommen. Irgendwie war mir schlecht, wahrscheinlich vor Aufregung. Der Wohnung Tschüss gesagt und auf ging es in Richtung Straßenbahn 9. Am HBF angekommen hatten wir noch etwas Zeit. Gott, war das voll. Warum fahren die Leute Samstag Morgen alle mit dem Zug? Okay, den Koffern nach aus dem selben Grund wie ich
Einen Sitzplatz haben wir im ICE nicht mehr bekommen, aber der Zug fuhr eh nur knapp über 30 Minuten.
Am Flughafen angekommen, haben wir erst mal eine Infotafel gesucht um überhaupt zu wissen, wo man zu den US Airways Flügen eincheckt. Also auf zum Terminal und anstellen. Ein Arbeitskollege stand nur 4 oder 5 Plätze weiter vorne in der Schlange, war also nicht allein unterwegs
Die gute Dame am Schalter hat dann mein Gepäck aufgenommen, das Security-Personal dann noch ein paar Fragen gestellt. Das Gepäck war ich von nun an schon mal los und meine Tickets hatte ich in der Hand, ich bin also bereit für den Abflug. Es war noch knapp über eine Stunde Zeit, also haben wir uns noch in ein Cafe am Flughafen gesetzt. Irgendwann war es dann an der Zeit, sich von Janina zu verabschieden und das Gate aufzusuchen, wollte schließlich noch etwas zu Trinken im DutyFree Shop kaufen.
Am Gate angekommen wollte ich Bilder machen – das gab erst einmal Anpfiff vom Personal. Woher sollt’ ich wissen, dass man keine Bilder machen darf? Oder Schild übersehen? – Egal, Bilder waren schnell gelöscht. Anschließend ging es in eine Wartehalle, wo relativ viele Leute gewartet haben. Irgendwann wurde dann meine Zone aufgerufen, die auf dem Ticket vermerkt war. Also auf zum Flugzeug, um dort die Stewardessen zu „empfangen“
Platz war schnell gefunden, meine Nachbarin saß schon, ich schätze sie war knapp über 40 Jahre alt, ihre Kinder und ihr Mann saßen eine Reihe vor uns – da hat wohl jemand zu spät gebucht
Irgendwann wurden wir alle höflich aufgefordert, uns anzuschnallen – der Flieger ist zur Startbahn gerollt und dann ging es auch schon los. Mal ganz im Ernst: Dafür, dass ich mir im Voraus so eine Platte gemacht habe, war alles ein Witz. Hat ein bisschen gewackelt und dann waren wir in der Luft, ganz unspektakulär.
Der Flug an sich war recht entspannt. Die Leute kamen verdammt oft mit ihrem Wägelchen vorbei gerollt um uns mit Getränken und Essen zu versorgen. Fing an mit ein paar Brezeln und der ersten Coke – wohl gemerkt aus der Dose – Amerika ich komme
Als Mittagessen hatte man die Wahl zwischen Lasagne und Hühnchenfleisch. Da mir Nudeln mittlerweile zum Halse raushängen, hab ich, wie sich am Ende herausstellte, die richtige Wahl getroffen und das Hühnchenfleisch genommen. War richtig lecker. Mein Chef in Amerika hat mir zwar empfohlen viel zu schlafen, aber dafür war ich dann doch zu aufgedreht. Nachdem ich mir Kopfhörer für $5 besorgt hatte, hab ich mit „American Gangster“ angefangen. Glaube zwischenzeitlich hab ich kurz gepennt, vielleicht fand’ ich den Film auch deshalb Kacke. Irgendwann mittendrin wurden dann die ganzen Formulare verteilt, die für die Einreise in die USA nötig waren. Hatte zum Glück etwas weniger als die meisten Touristen, da ich im Gegensatz zu ihnen mit Visum einreise. Also schnell ausgefüllt und nach einem weiteren Film gesucht. Irgendwann hatte ich dann „Der Krieg des Charlie Wilson“ und „PS: Ich liebe Dich“ in die engere Wahl geschlossen. Mir egal was ihr von mir haltet, ich hab den letzteren geschaut. Nach etlichen Getränken und Smalltalk mit der Nachbarin, waren wir dann nach knapp 9 Stunden in Charlotte angekommen, 30 Minuten zu früh.
Als erstes muss man als Ausländer am Security Officer vorbei. Hab einen Netten erwischt. Er hat sich mein Pass angeschaut und alles wild abgestempelt. Anschließend nur gefragt wie lang ich bleibe, wo ich wohne und ob ich schon mal in den United States war. Er hat mir noch einen schönen Aufenthalt gewünscht und dann konnte ich zu meinem Gepäck. Hat eine Ewigkeit gedauert bis es auf dem Band war, aber immerhin kam es an. Ich wurde weder vom Immigration Officer noch vom Zoll kontrolliert, und konnte mein Gepäck also gleich wieder aufgeben. Was mich etwas gewundert hatte war, dass ich hier nicht für das zweite Gepäckstück zahlen musste. Normalerweise ist der zweite Koffer nur bei Flügen aus Europa kostenlos, nicht aber bei US Inlandsflügen. Aber das sollte mich nicht weiter stören
In Charlotte am Flughafen hab ich erst mal den Weg nach draußen gewagt. Bumm – Brett vor’m Kopf. Was für eine schwüle, heiße Luft. Das konnte ja was werden, die 9 Wochen lang. Hab mich also schnell wieder in den Flughafen gestürzt um dort erst mal Starbucks aufzusuchen. Musste dringend was essen und hab mir dann gleich ein Kaffee gegönnt. $5 sind für einen großen Kaffee und ein Crossaint am Flughafen echt billig. Paar Bilder vom Flughafen gemacht und dann ging meine Reise zum Terminal, wo ich das zweite Mal für den Tag einchecken musste. Diesmal ging es schneller, da die Maschine kleiner war und demnach weniger Leute an Board waren. Bis eine viertel Stunde vor Abflug hat sich nichts getan, konnte also schon davon ausgehen, dass der Flug Verspätung haben wird. Ryan, der Arbeitskollege der mich vom Zielflughafen abholen sollte, hab ich also rechtzeitig Bescheid gegeben, dass es mindestens eine halbe Stunde später wird. Aber irgendwann ging es auch hier los. Die Maschine war vieeeeeel kleiner als die vom Übersee Flug, aber die eine (!) Stewardess hat alles wieder gut gemacht – ich will nicht wissen wie alt sie war, vielleicht erst Mitte 20, aber alter Schweder, hier bin ich richtig. Die Ankunft am „International Airport Raleigh – RDU“ war dann ein Kinderspiel, und irgendwann hat mich Ryan dann angesprochen. Jetzt wurde es also ernst, Englisch sprechen war angesagt.
Wir sind mit Sack und Pack zu seinem Auto und haben uns auf den Weg zur Firma gemacht, denn hier stand mein neuer Flitzer für die nächsten 9 Wochen. Dort also angekommen, hat hier ein silberner Ford Focus auf mich gewartet, echt schickes Auto. Wir sind dann in Kolonne Richtung Apartment gefahren. Oh mein Gott, die ganzen neuen Schilder, die irreführende Verkehrsführung, Ampeln hinter (!) der Kreuzung, und ein Automatikauto, prima. Umso näher wir Richtung Apartment gekommen sind, umso schneller war mir bewusst, in was für einer Gegend ich wohnen werde. Einfach nur geil. Anschließend sind mir mit seinem Auto durch das nahe gelegene Shopping Center gefahren. Nun wusste ich, wo der Walmart ist, der hier 24/7 geöffnet hat. Aber die Amerikaner scheinen den ganzen Tag nichts anderes zu machen als Essen fassen…ein Restaurant nach dem Anderen. Ich muss bei Gelegenheit mal Bilder davon machen.
Wie ihr seht, funktioniert das W-Lan auch bestens
Jetzt erst mal gucken wer online ist und dann schlafen
Bilder: