Tag 1 in Washington: Independence Day

Nachdem wir gestern noch glücklicherweise ein passendes Zimmer gefunden haben, ging es heute also nach Washington DC.

Den Wecker hab ich mir auf 4:50 Uhr gestellt, damit ich noch packen kann (natürlich hab ich es nicht wie geplant am Abend zuvor gemacht) und ausreichend Zeit habe. Der Wecker hat geklingelt, aber mein Körper wollte irgendwie nicht aufstehen, so dass ich den Wecker eine Stunde später auf kurz vor 6 gestellt habe. Die Zeit war aber auch nicht human und so bin ich am Ende um 7:21 Uhr aufgestanden. Aber selbst jetzt hatte ich noch die Ruhe weg. In Ruhe gefrühstückt und meine sieben Sachen gepackt. Hab das Auto beladen und das Tacho genullt. Um halb 9 ging es dann los.

Erstes Ziel war der 2 Meilen entfernte Starbucks, um bei der Fahrt ja nicht müde zu werden ;-) Jetzt konnte die Reise beginnen. Tempomat bei 65 MPH rein und entspannen. Und das meine ich wirklich so, die Autofahrt war im Vergleich zu Deutschland ein Traum. Ich schätze, die Geschwindigkeit hat sich von allen Verkehrsteilnehmern mit maximal 5 MPH unterschieden, so dass man kaum die Spur wechseln muss und alles recht gediegen ist. Wenn man dann doch mal etwas schneller als sein Vordermann sein sollte, hat man auf den meist 3 spurigen Highways ja viele Möglichkeiten zu überholen, da rechts überholen hier Gang und Gebe ist. Erster halt war Wendy’s, da der Burger von gestern Mittag echt lecker war und mein Magen etwas brauchte. Irgendwann habe ich North Carolina verlassen und war in Virginia, wo ich 70 MPH fahren durfte. Hier zu Lande sind die Ausfahrtsschilder alle lückenlos mit den Restaurants, Hotels und Tankstellen versehen. Irgendwann kam dann eine Ausfahrt, an der ein Dunkin Donuts Laden war. Da ich es bis jetzt noch nicht geschafft hatte einen zu besuchen, konnte ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Auch hier gab es dann noch mal 2 Donuts und einen Kaffee.

So langsam aber sicher kam ich Washington DC näher, der Verkehr wurde dichter und die Spuren immer mehr. Hab mich schön an meinen ausgedruckten Routenplan gehalten, bis ich irgendwann auf eine Straße wechseln sollte, die auf Grund des Independence Day gesperrt war. Was nun? Hm, fahren wir mal den anderen hinterher. Irgendwann, so nach 4 bis 5 Meilen, konnte ich ja nicht weiter weg fahren, da ich auch irgendwann mal ankommen wollte. Habe dann eine willkürliche Ausfahrt genommen und dachte, ich find das Hotel dann ganz leicht. Pustekuchen! Ich war irgendwo am Arsch von Washington im Südosten, also eigentlich am anderen Ende. Gott sei Dank hab ich mir gestern noch den Straßenatlas gekauft, damit ich wenigstens wusste, wonach ich Ausschau halten kann, auch wenn der Anfang nur dummes Rumgefahre war. Irgendwann war ich dann auf einer Straße, die in der Karte eingezeichnet war, bin also mal abgebogen um zu gucken, ob ich so mein Ziel erreiche. Dummerweise war ich nur in die falsche Richtung gefahren, so dass ich auf der Straße bleiben konnte, aber in entgegen gesetzte Richtung ;-) Nach über einer Stunde in Washington DC kam ich dann endlich auf die 16th Street NW, auf der mein Hotel war. Das habe ich dann relativ zügig gefunden. Auto in der Seitenstraße abgestellt und erst mal rein. Die Frau an der Rezeption war echt nett und hat mir gesagt, dass ich das Auto direkt vor dem Hotel bis Montag kostenlos stehen lassen kann. Perfekt, also noch nicht mal Parkgebühren. Dann hat sie gefragt, ob ich für $10 mehr ein Kingsize-Bett haben möchte. Was soll ich damit? Hab es verneint. Was war ihre Antwort? „Schade, Sie haben es sowieso in ihrem Zimmer.“ – Ich kam mir leicht verarscht vor, aber $10 nicht zum Fenster rausgeworfen ;-) Hab mir dann das Zimmer angeschaut. Zugegeben, es ist richtig klein und in anderen Städten wäre es für den Preis nicht gerechtfertigt. Aber wie gesagt, 1.2 Meilen zum „White House“ entfernt, also direkt Downtown, und nur eine Nacht, also werde ich mich sicher nicht beschweren. Hab kurz die Sachen ausgepackt bzw. in den Rucksack umgepackt, um direkt in die Stadt zu flitzen. Vorher gab es noch Touristen-Informationen und Kartenmaterial an der Rezeption.

Bin direkt zielstrebig zur „National Mall“ gewandert, wo sich der Kern von Washington DC befindet, nämlich das Capitol, das „Washington Monument“ und das „Lincoln Memorial“. Ich musste eigentlich nur der Masse folge, da viele Leute in die Richtung sind. Auf dem Weg noch bei BurgerKing gehalten und dann weiter, kurze Zeit später war es da auch schon. Die Rückseite vom Weißen Haus. Digi-Cam raus und fleißig drauf los geknippst. Dort bin ich links dran vorbei, wo direkt das „Treasury Department“, also die Schatzkammer ;-) Mein Ziel war es eigentlich die Vorderseite vom Weißen Haus aus nicht all zu weiter Entfernung zu sehen, aber leide war da wegen des Independence Days alles abgesperrt, also so dicht ging es nicht heran. Bin dann direkt ins Gebiet der „National Mall“, um mir die Monumente anzuschauen. Dafür musste ich erst mal an einer Sicherheitskontrolle vorbei. Die haben dann meinen Rucksack angeschaut und die Sachen durchsucht. Verboten waren Waffen, Messer, Glasflaschen, Feuerwerkskörper und alles was mit Grillen zu tun hat. Dann war ich also auf dem Gelände und stand auch schon vor dem „Washington Monument“. Weiter ging es in Richtung „Lincoln Memorial“, wo ich aber auch nicht richtig ran bin, sondern nur bis zur Absperrung. Ich wollte nicht wieder raus vom abgesperrten Bereich. Gesehen hab ich’s ja ;-) Jetzt bin ich die andere Richtung gegangen, also wieder am „Washington Monument“ vorbei und Richtung Capitol. Es hat immer etwas geregnet, was jedoch auf Grund der Schwüle mehr angenehm als alles andere war. Bin jetzt mal ins „Nation Museum of Natural History“, wo ich mir anschauen konnte wie die ganze Welt entstanden ist, die Evolution und so weiter und so fort. Da wieder raus und weiter Richtung Capitol. Laut Karten sind es zwischen „Lincoln Memorium“ und Capitol 2.2 Meilen Entfernung. Irgendwann war ich dann angekommen und hab mir das auch mal angeschaut. Da wollte ich dann auch dichter ran, aber die vor dem Eingang der Sicherheitskontrolle war eine ewig lange Schlange. Musste nicht sein, in der Schwüle da noch zu warten. Wenn Zeit ist, versuche ich es morgen noch mal.

Jetzt hab ich einen Abstecher zur „Union Station“ gemacht, wo ich bei der Hotelsuche auch schon mit dem Auto vorbei gefahren bin. Ich denke die „Union Station“ ist sowas wie der Hauptbahnhof. In der Kelleretage konnte man überall essen, Erdgeschoss war mit Klamottenläden versehen und im ersten Geschoss war alles gemischt. Der Zugverkehr in Amerika ist anders als in Deutschland. Während man in Deutschland einfach ein Ticket kauft und einsteigt, gilt hier in Amerika eher Flughafen Feeling, also auch Sicherheitskontrollen, lange warten, usw. Hier war ich jetzt auch fertig. Was jetzt? Noch 3 Stunden Zeit bis das Feuerwerk um 9.20pm offiziell anfängt. Bin auf einem anderen Weg wieder zurück zur „National Mall“ und hab mir alles noch mal angeschaut, andere Wege probiert und irgendwie die Zeit totgeschlagen.

Dann war es 9.10pm, als die erste Rakete in den Himmel geschossen worden ist. Es ging los! Die Masse hat wie wild gejubelt. Dann ging es richtig los. Es hat geballert wie sonst was, das Feuerwerk war einzigartig. Unser Silvester war ein WITZ dagegen. In allen Variationen, in allen Farben, mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise ging es 15 Minuten lang richtig zur Sache. Die Feuerwerkskörper wurden vom „Reflecting Pool“ welcher sich zwischen „Washington Monument“ und „Lincoln Memorial“ befand. Der Abschluss vom Feuerwerk war wirklich der Oberhammer, da hat es wirklich ohne eine einzige Pause nur noch so vor sich hingeknallt, der Himmel war von Tageslicht kaum noch zu unterscheiden. Wahrscheinlich werden die Bilder nicht das wiedergeben können, was ich dort erlebt habe. Ich bekomm’ jetzt beim Schreiben schon wieder Gänsehaut. Das werde ich wohl nie vergessen!

Im leichten Nieselregen bin ich dann zurück zum Hotel, wo ich erst mal duschen musste. Schweisstreibende Angelegenheit die ganze Latscherei.

Für den morgigen Tag überleg ich mir noch was spannendes, aber das wird wohl eher eine Spontanaktion werden. Hab gerade mal nachgeschaut: 172 Bilder heute gemacht. Wie ist das denn gekommen? Wird wahrscheinlich viel doppelt sein und viele Bilder auch einfach nur Müll. Ich hoffe ich schaffe es bald, diese dann hochzuladen.

Bilder:

3 Antworten zu „Tag 1 in Washington: Independence Day“

  1. Michi sagt:

    bilder hin oder her^^….das lesen is auch schon geil…und wenn ich das lese soll dat schon was heißen =P

  2. Michi sagt:

    du bist zwar echt zu beneiden. will auch!!

    war am Freitag auf einem D-A Freundschaftsfest mit einem gigantischen Feuerwerk, dass ne halbe Stunde ging, aber ich glaub, bei dir wird alle noch getoppt….

  3. martin2506 sagt:

    wie gesagt, das feuerwerk war der oberhammer :-)
    bilder kommen hoffentlich bald…

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